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Dieser Artikel beschreibt die Einrichtung des Notebooks "Gericom Webshox 1720 DVD" unter Linux. Er ist als Hilfestellung für Benutzer dieses Systems gedacht. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr, alle Änderungen an Ihrem System führen Sie auf Ihr eigenes Risiko durch!!

Ausstattung:
- Intel-Celeron-Prozessor mit 1700 MHz
- 20 GB Festplatte
- 256 MB DDR-RAM
- SiS650 Grafik
- SiS7012 Sound
- SiS900 PCI Fast Ethernet Adapter
- SmartLink 56k Modem
- DVD-ROM-Laufwerk
- Touchpad mit 4 Tasten
- Li-Akku
- weitere Schnittstellen: 2x USB + 1 x parallel

Hinweis: Dieses Notebook wurde vom MediaMarkt auch in einer Variante mit vorinstalliertem Linux verkauft. Dieser Artikel richtet sich daher hauptsächlich an Benutzer, die diese Variante nicht gekauft haben.

Installiert wurde SuSE 8.0 Professional (DVD), eine erfolgreiche Installation sollte aber auch mit anderen modernen Distributionen problemlos möglich sein.

Allgemeines:
Die Installations-DVD bootet problemlos, die Netzwerkkarte und das Touchpad (oder auch eine extern angeschlossene PS/2-Maus) sowie die USB-Schnittstellen werden von dem Installationsprogramm automatisch erkannt und korrekt eingebunden. Die Soundkarte wurde zwar erkannt, funktioniert aber mit den mitgelieferten ALSA-Treibern nicht. Ansonsten unterscheidet sich die Installation nicht wesentlich von einem gewöhnlichen Desktop-System, der X-Server wird von SuSE zunächst als 800x600 Framebuffer eingerichtet.
X11:
Standardmäßig wird die Grafikkarte von XFree 4.2 nicht unterstützt, daher wird der Framebuffer benutzt. Damit kann man ganz gut leben, wenn die Auflösung auf 1024x768 gestellt wird. Dazu muß in der /etc/lilo.conf die Zeile
vga = 791
eingefügt werden (entweder im globalen Teil oder bei dem betreffenden Eintrag). Anschließend muß die neue Konfiguration mit dem Befehl "lilo" geschrieben werden. Alternativ können auch die von Dr. Thomas Winischhofer entwickelten Treiber für diese Karte genutzt werden. Ausführliche Informationen und Anleitungen befinden sich auf dieser Seite. Hier eine XF86Config-Datei, die von rostock-digital für dieses Notebook geschrieben wurde.
Sound:
Die Soundkarte wird von ALSA (Standard bei SuSE) zwar erkannt und eingebunden, gibt aber keinen Ton von sich. Offensichtlich funktioniert diese Karte nur mit dem kommerziellen Open Sound System von 4Front Technologies. Glücklicherweise gibt es von Gericom eine Lizenz. Diese befindet sich auf der SuSE-OEM-CD, die bei der Linux-Variante (s. Hinweis oben) mitgeliefert wird (im Verzeichnis unsorted/gericom).
Modem:
Für das Modem gibt einen Linux-Treiber (in Form von Kernel-Modulen) von SmartLink. Der Treiber befindet sich auch auf der SuSE-CD von Gericom (s.o., im Verzeichnis unsorted/gericom). Eine Installationsanleitung befindet sich in der mitgelieferten README-Datei. Nach der Installation des Treibers kann das Modem über Yast2 eingebunden werden.
ACPI:
Das Notebook unterstützt nicht den klassischen APM-Standard, sondern ACPI. Der SuSE-Default-Kernel kommt mit ACPI-Unterstützung und entsprechenden Modulen (bei anderen Distributionen muß gegebenenfalls ein Kernel-Patch eingespielt werden). Wichtig ist, daß die APM-Unterstützung, die in den SuSE-Kerneln ebenfalls vorhanden ist, per /etc/lilo.conf bei dem entsprechenden Image deaktiviert wird:
append = " apm=off"
Die einzelnen ACPI-Module können dann (Reboot nach LILO-Änderung erforderlich) mit insmod geladen werden (das ist natürlich auch über die /etc/modules.conf- oder boot.local-Datei automatisierbar):
/sbin/insmod ospm_busmgr
/sbin/insmod ospm_system
/sbin/insmod ospm_processor
/sbin/insmod ospm_battery
/sbin/insmod ospm_ac_adapter
/sbin/insmod ospm_button
/sbin/insmod ospm_thermal TZP=20
Durch das Laden der Module entsteht im /proc-Verzeichnis das Unterverzeichnis acpi, in welchem Textdateien mit ACPI-Informationen zu finden sind, die dann von verschiedenen Tools ausgelesen werden können, um z.B. den Ladezustand des Akkus anzuzeigen.
Multimedia-Tasten:
Das Notebook hat zwei Multimedia-Tasten, die unter einem anderen Betriebssystem den Browser bzw. den E-Mail-Client starten. Diese Tasten kann man natürlich auch unter X11 nutzen bzw. belegen. Die Tasten haben die Keycodes 178 (Browser-Taste) und 236 (Mail-Taste). Über die Datei .Xmodmap (Home-Verzeichnis) müssen diesen Tasten zunächst Symbolnamen zugeordnet werden. Diese sind nicht frei wählbar, sondern stehen in /usr/X11/lib/X11/XKeysymDB. Hier eine beispielhafte Zuordnung:
keycode 178 = XF86WWW
keycode 236 = XF86Mail
Die neuen Zuordnungen werden durch den Befehl "xmodmap .Xmodmap" sofort wirksam. Danach können alle X-Programme die Tasten nutzen. Um diese einzubinden, muß das entsprechende Programm die zugehörigen Einstellmöglichkeiten besitzen. Bei Gnome und KDE finden sich z.B. im jeweiligen Kontrollzentrum Dialoge, um die Tastatur zu konfigurieren.

Update: SuSE 8.2 Professional
Die Installation von SuSE 8.2 auf diesem Laptop bringt einige Vereinfachungen mit sich. Die Soundkarte wird nun von ALSA unterstützt und auch für die Grafikkarte ist kein Treiber-Download mehr erforderlich. Lediglich das Modem muß nach wie vor mit einem separaten Treiber (s.o.) versorgt werden.

Update: OpenSuSE 10.0
Das Notebook wird nun vollständig unterstützt, es werden keine separaten Treiber mehr benötigt.

English version

This article describes the Linux setup of a "Gericom Webshox 1720 DVD" laptop with a "SuSE 8.0 professional" distribution. All information on this page come with absolutely no warranty. You are doing all modifications at your own risk!

Laptop equipment:
- Intel Celeron processor with 1700 MHz
- 20 GB hard disk
- 256 MB DDR-RAM
- SiS650 graphic card
- SiS7012 sound card
- SiS900 PCI fast ethernet adapter
- SmartLink 56k modem
- DVD-ROM drive
- touchpad with 4 keys
- Li rechargeable battery
- additional interfaces: 2 USB + 1 parallel

General information:
The installation DVD boots without problems, the setup routine installs the network card, the touchpad (or an external PS/2 mouse) and the USB interfaces correctly. The sound card is also recognized but does not work with the ALSA drivers. There is no big difference compared to an installation on a desktop computer. A 800x600 pixel framebuffer device is used for X11 by default.
X11:
The graphic card is not supported by the XFree 4.2 system on the SuSE DVD. There are two options:
1. Use the framebuffer device. The screen resolution can be changed to 1024x768 by adding this line to the /etc/lilo.conf file:
vga = 791
(don't forget to run the "lilo" command to apply this modification)
2. Use a special driver for this card from Thomas Winischhofer (sample XF86Config file for this variant)
Sound:
The sound card needs the commercial Open Sound System from 4Front Technologies. Gericom offers a SuSE OEM CD including the OSS and an OSS license file.
Modem:
SmartLink offers a linux driver for this modem. This driver is also part of the OEM CD mentioned above (directory unsorted/gericom). Use Yast2 to configure the modem (after the driver installation).
ACPI:
This laptop uses the ACPI standard for power management (not APM). The SuSE default kernel comes with ACPI support (you can find the necessary kernel patch for kernels without ACPI here). The SuSE kernel also supports APM, so APM must be deactivated in the corresponding image entry in /etc/lilo.conf:
append = " apm=off"
Again, do not forget to issue the "lilo" command. After rebooting the system you can load some ACPI modules into the kernel (use the /etc/modules.conf or the boot.local file to load the modules permanently):
/sbin/insmod ospm_busmgr
/sbin/insmod ospm_system
/sbin/insmod ospm_processor
/sbin/insmod ospm_battery
/sbin/insmod ospm_ac_adapter
/sbin/insmod ospm_button
/sbin/insmod ospm_thermal TZP=20
Now you have an acpi directory in your /proc file system. The files in this directory are used by various tools (e.g. to show the battery status).
Multimedia keys:
The laptop has two "multimedia keys" (to start a certain web browser and a certain mail client under another operating system). It is possible to use this keys under X11. They have the key codes 178 (web browser) and 236 (mail client). X11 needs symbolic names for this keys, possible values are listed in /usr/X11/lib/X11/XKeysymDB. Put this two lines in the .Xmodmap file (home directory) for example:
keycode 178 = XF86WWW
keycode 236 = XF86Mail
Issue the command "xmodmap .Xmodmap" to apply your modifications. Now all X11 programs can make use of this two keys. The particular application must have user defined key bindings. Gnome and KDE have them in their actual control center.

Update: SuSE 8.2 Professional
The installation with SuSE 8.2 is easier. The sound card is now supported by an ALSA driver and the X server comes with a driver for the SiS650 graphic card. The modem still needs a special driver from SmartLink.

Update: OpenSuSE 10.0
Full support now, no special driver downloads necessary any more.

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